• THE NEW NORMAL

Meine Top 3 Highlights und Herausforderungen in den ersten 90 Tagen.

Aktualisiert: Apr 23

For English Version see below


Hallo zusammen, ich bin Sabrina. Ich bin 34 Jahre alt und die zweite Hälfte des THE NEW NORMAL-Gründer Duos. In den kommenden Tagen bin ich an der Reihe, euch von meinen Herausforderungen und Highlights der ersten Monate als Gründerin zu berichten.



Ich muss zugeben, dass ich zwar schon immer damit geliebäugelt habe, eine eigene Firma zu gründen. Doch die Sicherheit eines Konzernjobs und die Aussicht auf sehr kaltes Wasser, hatten mich bislang immer davon abgehalten, den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen. Daher hier gleich mein erstes Learning: Mit dem richtigen Team geht alles! Und so haben Sören und ich uns im Frühjahr 2019 dazu entschieden THE NEW NORMAL zu gründen. Wir haben in unseren vorherigen Jobs gesehen und erlebt, was man erreichen kann, wenn Menschen, Teams und Unternehmen Spaß an ihrer Arbeit haben, sich sicher fühlen und ihr volles Potential ausschöpfen können. Ich sage nur: Einiges!


Noch kurz zu mir: Ich habe 10 Jahre in verschiedensten Positionen, Funktionen und Konstellationen bei Daimler gearbeitet. Was mich immer beschäftigt und fasziniert hat, ist das Thema Kommunikation. Was man erreichen kann, wenn Kommunikation “gut gemacht” ist und was passiert, wenn sie in die Hose geht...in meinen Augen höchst spannend und auch für unsere neuen Aufgaben ein wichtiger Hebel. In meiner Freizeit ist mir Kommunikation ebenfalls wichtig, dann am liebsten mit Freunden und der Familie und bei gutem Essen und einer Weinschorle :)



Challenges

Die Gründung

An dieser Stelle muss ich einmal meinen Hut ziehen vor allen Gründer*innen in Deutschland. Ich finde, es wird einem wirklich nicht gerade leicht gemacht, eine eigene Firma (in unserem Fall eine GmbH) zu gründen. 1000 verschiedene Formulare auszufüllen, Nummern zu beantragen, von denen einem vorher gesagt wurde, dass man sie nicht benötigt, monatelang auf diese Nummern warten, weil man sie doch braucht, einen Steuerberater finden, der versteht, dass man wirklich Beratung benötigt, eine Bank davon überzeugen, dass man hoffentlich keine Beratung nötig hat, Rechnungen von irgendwelchen Fake-Registern, die Geld für Leistungen verlangen, die kein Mensch will, Rechnungen von echten Registern, für dieselben Leistungen, die man auf jeden Fall will, Krankenkassenbeiträge, Sozialversicherungen, Befreiung von diesen und, und, und… Ich bin so froh und dankbar, dass ich diesen Prozess nicht alleine durchmachen musste. Zum einen waren da viele selbstständige Freunde und die Familie, die mit Rat und Tat zur Seite standen, aber am wertvollsten war, dass wir zu zweit in dieses Abenteuer gestartet sind. Wenn einer von uns den Kopf in den Sand stecken wollte, hat der andere ihn wieder herausgezogen und andersherum. Falls ihr gründen wollt: Baut euch ein stabiles Netzwerk auf und scheut euch nicht, nach Hife und um Rat zu fragen.


Der Raum wird enger

Diese Gründungszeit ist zwar hart, schweißt einen aber auch zusammen. Und genau hier kommt meine nächste Challenge ins Spiel: Wenn es eng wird, wird es richtig eng. Sören und ich haben auch in unserem vorherigen Job sehr eng zusammengearbeitet und festgestellt, dass wir ein gutes (Führungs-)Team sind und unsere Ergebnisse gegenseitig besser machen. Daran hat sich auch nichts geändert, doch die Belastungen einer eigenen Firmengründung sind einfach nochmal ganz andere, als die einer Zusammenarbeit in einem geschützten Konzernumfeld. Es fühlt sich an, als würde alles auf viel engerem Raum in komprimierter Zeit ablaufen. Man muss sich als Team also noch einmal auf einer viel tieferen Ebene kennenlernen, verstehen wie der andere mit Ängsten umgeht, was seine Antreiber sind, wie man unter (echtem) Druck reagiert und wie man nach Meinungsverschiedenheiten wieder auf eine Linie findet. Das gilt übrigens nicht nur für die Gründer, sondern das ganze Team.

Was hat uns geholfen? Natürlich braucht es Offenheit, aber davor braucht es den Mut, sich selbst und den anderen gegenüber schonungslos ehrlich zu sein. Nicht immer leicht, aber wie bei so Vielem: Übung macht den Meister :)


Das große Ganze im Blick behalten

Wir können uns sehr glücklich schätzen, dass wir bereits in den Anfangsmonaten tolle Aufträge und Projekte haben. Unser gesamtes Team ist ausgelastet und wir sind tagtäglich für unsere Kunden tätig. Doch gerade, wenn man sich hoch motiviert in die operativen Aufgaben stürzt, muss man aufpassen, dass man als Unternehmer*in das berühmte Big Picture nicht aus dem Blick verliert. Natürlich liegt die Priorität immer zuerst darauf, das Kundenbedürfnis zu erfüllen. Dabei unsere eigenen Strukturen, Abstimmungen und nicht zuletzt auch die Weiterentwicklung unserer Firma auf dem Schirm zu behalten, ist nicht einfach. Wir versuchen uns daher aktiv die Zeit zu nehmen, um wichtige strategische Themen zu besprechen, im Team untereinander abgestimmt zu sein, uns gegenseitig Feedback zu geben, Retrospektiven einzubauen und uns auch immer wieder darauf zu besinnen, wofür wir eigentlich angetreten sind: Das Arbeitsleben von möglichst vielen Menschen zu verbessern.



Highlights


Ein starkes Netzwerk

Ein absolutes Highlight gab es gleich zu Beginn des Jahres. Gemeinsam mit einer befreundeten Agentur haben wir eine zweitägige Führungskräftekonferenz durchgeführt. Dabei haben sich gleich mehrere Dinge gezeigt: Ein gut funktionierendes Netzwerk aus gleichgesinnten Partnern ist Gold wert! Wir können uns gegenseitig aushelfen und kapazitive Engpässe ausgleichen, wir challengen unsere Konzepte und Ideen gegenseitig und machen sie dadurch besser und durch unser ähnliches Mindset ist die Zusammenarbeit mühelos und macht super viel Spaß. Am schönsten ist dann natürlich das positive Feedback der Kunden, was uns zeigt, dass unser Ansatz funktioniert und wir auf dem richtigen Weg sind.


Team Love

Wir vier NEW NORMALS hatten bereits einige Jahre zusammen gearbeitet. Das hat eigentlich gut funktioniert. Dennoch hatte ich meine Zweifel, wie es nun in der neuen Konstellation funktionieren würde: Wie schnell finden wir einen guten Arbeitsrhythmus? Wird jeder genug zu tun haben? Wie teilen wir unsere Aufgaben auf? Wann bekommen wir einen Lagerkoller? Wie gehen wir damit um, wenn wir keine oder nur langsam Aufträge generieren können? Und wie machen wir das eigentlich mit dem Mittagessen? (Sorry, ich sollte hier Highlights aufzählen, nicht noch mehr Herausforderungen…) Fragen über Fragen, doch ich hätte mir tatsächlich keine Sorgen machen müssen. Ich kann nur sagen, dass ich unglaublich stolz auf unser Team bin. Jeder bringt sich bestmöglich ein, niemand ist sich für irgendetwas zu schade, jeder teilt offen seine Meinung, wir können uns offen Feedback geben und wachsen aneinander und vor allem halten wir uns immer gegenseitig den Rücken frei. Big love and big thank you!!


Tun, was ich tun möchte

Bei allen Hochs und Tiefs - es ist genau das, was ich wollte. Ich wollte wieder mehr Emotionalität in meinem Arbeitsleben, mich lebendiger fühlen, Verantwortung übernehmen, für mich und für andere. Ich wollte mir selber aussuchen können, was ich tue und für und mit wem ich arbeite. Natürlich darf man als junges Start-Up nicht zu wählerisch sein, welche Projekte man bearbeitet und man hat ja auch Verantwortung gegenüber anderen. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich es für mich mache und daher doch am Ende selber entscheiden kann. Wenn uns z.B. interessante Themen über den Weg laufen oder wir kreative Ideen haben, können wir sie aufgreifen und angehen oder wir entscheiden bewusst sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht anzugehen. Das ist auch in Ordnung. Ich denke die große Herausforderung liegt darin, nie zu vergessen wofür man angetreten ist und was einem wichtig ist. Und genau dafür jeden Morgen aufzustehen, macht mich extrem glücklich.




English Version


Hi everybody, I'm Sabrina. I am 34 years old and the second half of our THE NEW NORMAL founder duo. In the coming days, it's my turn to tell you about my challenges and highlights of the first months as a founder.



I have to admit that I have always been flirting with the idea of starting my own company. But the security of a corporate job and the prospect of very cold water had always kept me from taking the step into self-employment. So here is my first learning: With the right team, everything works! And so Sören and I decided to found THE NEW NORMAL in spring 2019. In our previous jobs, we saw and experienced what can be achieved when people, teams, and companies enjoy their work, feel safe, and can reach their full potential. I only say: A lot!

Briefly to me: I worked for 10 years in different positions, functions, and constellations at Daimler. What has always interested and fascinated me is the topic of communication. What you can achieve when communication is "well done" and what happens when it goes wrong...in my opinion, it is extremely exciting and also an important lever for our new tasks. In my free time communication is also important to me, preferably with friends and family, good food and a wine spritzer :)



Challenges


The founding

At this point, I have to take my hat off to all founders* in Germany. I think it's really not easy to found your own company (in our case a GmbH). Filling out 1000 different forms, requesting numbers that you were told you didn't need, waiting for months for these numbers because you do need them, finding a tax consultant who understands that you really need advice, convincing a bank that you hopefully don't need advice, Invoices from some fake registries that demand money for services that nobody wants, invoices from real registries for the same services that you definitely want, health insurance contributions, social security, exemption from these and, and, and, and... I am so glad and grateful that I didn’t have to go through this process alone. On the one hand, there were many independent friends and family who were there to help with advice and support, but most valuable of all was the fact that there were two of us who started this adventure. If one of us wanted to bury his head in the sand, the other one pulled it out again and vice versa. If you want to found your own startup: build a solid network and don't be afraid to ask for help and advice.


Space becomes narrower

This time of founding your own company is hard, but it also welds you together. And this is where my next challenge comes into play: When things get tight, it gets really tight.

Sören and I also worked very closely together in our previous job and found that we are a good (management) team and that we improve our results mutually. Nothing has changed here, but the burdens of founding your own company are simply quite different from those of working together in a protected corporate environment. It feels as if everything is taking place in a much tighter space in a compressed time. So you have to get to know each other as a team on a much deeper level, understand how the other person deals with fears, what their drivers are, how you react under (real) pressure, and how to get back on track after disagreements. By the way, this applies not only to the founders but to the whole team.

What has helped us? Of course, it takes openness, but before that, it takes the courage to be relentlessly honest with yourself and others. Not always easy, but as with so many things: practice makes perfect :)


Keep an eye on the big picture

We can count ourselves very lucky that we already have great commissions and projects in the early months. Our entire team is busy and we work for our customers every day. But especially when you are highly motivated to take on operational tasks, you have to be careful not to lose sight of the famous big picture as an entrepreneur. Of course, the first priority is always to meet the needs of the customer. Keeping our own structures, coordination, and last but not least the further development of our company on the radar is not easy. Therefore, we try to actively take the time to discuss important strategic issues, to be coordinated within the team, to give each other feedback, to incorporate retrospectives, and to always remember what we actually stood for: To improve the working lives of as many people as possible.



Highlights


A strong network

There was an absolute highlight right at the beginning of the year. Together with a friendly agency, we held a two-day management conference. Thereby, several things were shown:

A well-functioning network of like-minded partners is worth its weight in gold! We can help each other out and compensate for capacity bottlenecks, we challenge each other's concepts and ideas and make them better and, thanks to our similar mindset, working together is effortless and super fun. The best thing is, of course, the positive feedback from the customers, which shows us that our approach works and we are on the right track.


Team Love

The four of us NEW NORMALS had already been working together for several years. That actually worked out well. Nevertheless, I had my doubts as to how it would work in the new constellation: How quickly would we find a good working rhythm? Will everyone have enough to do? How do we divide our tasks? When will we get our first cabin fever? How do we deal with the situation when we can't generate any commissions or only generate them slowly? And how do we actually deal with lunch? (Sorry, I should list highlights here, not more challenges...) Questions over questions, but I really shouldn't have worried. I can only say that I am incredibly proud of our team. Everybody contributes in the best possible way, nobody is too bad for anything, everybody openly shares their opinion, we can give each other open feedback and grow together and most importantly, we always have each other's backs. Big love and big thank you!


Doing what I want to do

With all the highs and lows - it's exactly what I wanted. I wanted more emotionality in my working life again, feel more alive, take responsibility, for myself and for others. I wanted to be able to choose for myself what I do and for and with whom I work. Of course, as a young start-up, you can't be too choosy about which projects you work on because you also have responsibilities towards others. Nevertheless, I have the feeling that I am doing it for me and therefore I can decide for myself in the end. For example, if we come across interesting topics or have creative ideas, we can pick them up and tackle them or we can consciously decide not to tackle them at this stage. And that’s okay. I think the big challenge is to never forget what you competed for and what is important to you. And getting up for it every morning makes me extremely happy.


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